Was George Clooneys Film Monuments Men mit dem Domschatz Quedlinburg zu tun hat

Stiftskirche St. Servatius mit Domschatz Quedlinburg

Der Film Monuments Men von George Clooney erzählt die Geschichte von amerikanischen Kunstexperten kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Auftrag des US-Militärs sollen sie wertvolle Kunstschätze vor den Nationalsozialisten in Sicherheit bringen. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte. Die Monuments Men und ihren Auftrag gab es tatsächlich. Aber längst nicht alle im US-Militär hatten edle Motive. Kurz nach dem Einmarsch der Amerikaner in Quedlinburg gegen Ende des Zweiten Weltkrieges entwendete der Offizier Joe Tom Meador wichtige Stücke des Domschatz Quedlinburg, den er eigentlich bewachen sollte. Lange Zeit galt der Domschatz als verschollen. Erst 48 Jahre später kehrte er nach Quedlinburg in die Stiftskirche St. Servatius zurück.

Till Schicker staunte nicht schlecht als im September 2012 ein weltbekannter Schauspieler sein Restaurant Benedikt in Quedlinburg betrat. Sein Name: George Clooney. Der Hollywood-Star befand sich mit seiner Crew auf Besichtigungstour für Drehorte seines anstehenden Films Monuments Men. Und da auch Weltstars Hunger haben, hatte Schicker die Gelegenheit, Clooney zu bekochen. Offenbar trafen die Tagliatelle mit Pfifferlingen und die Kalbsleber mit getrüffelten Gnocchi den Geschmack des Schauspielers. Clooney lobte das Essen, ließ sich mit Restaurant-Chef Schicker fotografieren und verewigte sich im Gästebuch.

Geschichte der Monuments Men

Clooneys Film basiert auf einer wahren Geschichte. Vorbild war die US-Militäreinheit Monuments, Fine Arts, and Archives Section, kurz: MFA&A. Ihr Auftrag war der Schutz wertvoller Kunstgüter kurz vor und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Angehörigen dieser Einheit wurden als Monuments Men bezeichnet.

Domschatz Quedlinburg: die etwas andere „Rettungsaktion“

Interessant an der Story der Monument Men ist, dass sie viele Parallelen zum jahrelang verschollenen Domschatz Quedlinburg aufweist. Er wurde zusammen mit anderen Kunstschätzen gegen Ende des Krieges von den Nationalsozialisten in den Höhlen der Altenburg nahe Quedlinburg eingelagert. Als die Amerikaner in die Stadt kamen, sicherten sie die Höhle. Für den Schutz war der US-Offizier Joe Tom Meador abkommandiert worden.

Meador war kunstinteressiert und wusste genau, wie wertvoll die Kunstgegenstände waren. Er entschied sich, seine eigene „Rettungsaktion“ zu starten. Er entwendete zwölf der kostbarsten Stücke des Domschatz Quedlinburg und schickte sie in seine Heimat Texas.

Domschatz Quedlinburg gilt als verschollen und wird wiederentdeckt

Lange Zeit war nicht klar, wo der Domschatz abgeblieben war. Es ist dem Historiker Wilhelm Korte zu verdanken, dass die Öffentlichkeit vom Aufbewahrungsort des Schatzes erfuhr. Nach dem Tod von Joe Tom Meador versuchten seine Angehörigen, die Kunstgegenstände zu verkaufen. Korte wurde darauf aufmerksam und setzte alle Hebel in Bewegung, um den Domschatz Quedlinburg zurück nach Deutschland zu holen.

Die Rückkehr des Domschatz Quedlinburg

Es dauerte Jahre bis es zu einer Einigung kam. Durch die unermüdliche Arbeit Kortes und vieler anderer war es dann 1993 soweit: 48 Jahre nach seinem Verschwinden kam der Domschatz Quedlinburg nach Hause. Seit dem 19. September 1993 ist er nahezu komplett in der Stiftskirche St. Servatius zu besichtigen. Es ist eine Geschichte, die George Clooney gefallen würde: der perfekte Stoff für einen spannenden Kinofilm.

Hier geht es zur offiziellen Website des Domschatz Quedlinburg